Werden manche Handybesitzer immer dreister?
Mai 31st, 2010 by admin in Allgemein
Als das Mobiltelefon vor gut 20 Jahren auf den Markt kam, störte sich niemand großartig dran. Die Geräte waren für den Normalbürger sowieso unbezahlbar, damals hatten höchstens hochrangige Politiker und smarte Yuppiemanager ein Handy.
Die Geräte waren außerdem so groß wie eine Packung Milch und auch ungefähr so schwer; damals hätte man wohl nicht gedacht welchen Erfolgzug das Handy eines Tages feiern würde. Heute hat so gut wie jeder ein Handy, Grundschüler mit sechs Jahren genauso wie Senioren mit 80 Jahren. Das ständige Geklingel auf den Straßen, im Bus oder in der Bahn ist inzwischen schon Alltag und lässt sich auch noch ertragen. Richtig nervig sind dagegen Dauertelefonierer, die kein Problem damit haben, in aller Öffentlichkeit mal eben eine Stunde lang über belanglosen Blödsinn zu reden und jeden daran teilhaben zu lassen. Wenn diese Dauerredner auch noch von der neuen Prepaid Flatrate von BASE hören, ist es mit der Ruhe in Bus oder Bahn wohl ganz vorbei.
Laut einer neuesten Umfrage fühlen sich die meisten Menschen gestört, wenn in aller Öffentlichkeit telefoniert wird. Dabei kommt es aber auch auf das Alter der Befragten an: rund 55 Prozent der über 60jährigen gaben an, sie fühlen sich durch lautes Telefonieren in aller Öffentlichkeit gestört. Bei den Teenagern sind es hingegen nur rund 20 Prozent. Dies könnte vielleicht daran liegen, dass die heutige Teenagergeneration praktisch mit dem Handy aufgewachsen ist, für sie gehört es schon von klein auf zum Alltag und wird deshalb als weniger störend wahrgenommen. Außerdem deutet die neue Umfrage auf eine zunehmende Toleranz hin, im Jahr 2008 hatten noch 69 Prozent der Befragten angegeben, sie würden sich durch Telefongespräche in aller Öffentlichkeit gestört, oder gar sehr gestört fühlen. Möglich ist aber auch, dass sich die Befragten inzwischen teilweise mit dem öffentlichen Telefonieren abgefunden haben.
Doch das private Telefonieren in aller Öffentlichkeit ist noch nicht alles, in einer weiteren, kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 20 Prozent an, ihr Mobiltelefon im Flugzeug nicht auszuschalten. Die „Ausschaltungsverweigerer“ gaben zu 50 Prozent als Begründung an, sie würden einfach vergessen, das Handy auszumachen, weitere 50 Prozent gaben an, sie halten das Verbot für sinnlos und würden es deshalb ignorieren. Das Verbot selbst wurde anfangs eingeführt, um den Funkverkehr oder die Messdaten der Flugzeuge nicht zu stören, inzwischen ist die moderne Flugzeugtechnik davor aber gefeit. Deshalb erlauben inzwischen auch drei deutsche Airlines ihren Fluggästen das Telefonieren während des Fluges, bei anderen kann ein eingeschaltetes Handy zu Strafen in Höhe von mehreren hundert Euro führen.
Wiederum andere Fluglinien erlauben ihren Kunden das Schreiben von SMS und das Surfen im Internet per Handy, beispielsweise auf base.de, nicht jedoch das Telefonieren. Die Airlines mit Telefonierverbot gaben an, sie würden aus Rücksicht auf andere Fluggäste das Telefonieren im Flugzeug nicht erlauben.